Donnerstag, 2. Februar 2017

Schriftstücke aus der Vergangenheit


Es ist schon irgendwie ein komisches Gefühl, wenn man plötzlich Kopien eines Schreibens aus dem Jahr 1943 in den Händen hält auf dem oben steht "Geheime Staatspolizei". 
In diesem Fall geht es um den Mann meiner Großtante Helene, Anton. Er wurde 1934 verhaftet und zu einer Zuchthausstrafe von drei Jahren verurteilt wegen "Vorbereitung zum Hochverrat". Das Schreiben ist ein Antrag auf "Wiederverleihung der Wehrwürdigkeit" und es wird ausführlich dargelegt, dass er 1937 aus der Haft entlassen wurde und sich danach wieder in die Gesellschaft einfügte und sich nichts mehr zu Schulden kommen ließ.  Damit wurde ihm die Wehrtauglichkeit bescheinigt und er wurde an die Front geschickt.
Tragisch nur, dass er nie wieder heimkehrte. Meine Großtante wartete vergeblich auf ihn und hat ihn schließlich später für tot erklären lassen. 

Außerdem liegt mir eine Kopie eines Schreibens der Stadt Herne an den Regierungspräsidenten in Münster vor, in dem es um "eine besondere finanzielle Betreuung für als Opfer des Faschismus anerkannte Personen" geht und in dem meine Großtante erwähnt wird, die mit zwei Kindern allein dasteht. 

Es hat ihm und seiner Familie also rein gar nichts gebracht, dass er wieder als wehrwürdig erklärt wurde, im Gegenteil...


Die obige Gedenktafel findet man auf dem Südfriedhof in Herne und sie steht für den antifaschistischen Widerstand. Ganz unten wird auch mein Großonkel erwähnt. 






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